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Wasser-Not!



Dürre in Himbeeren Ich habe ja schon eine ganze Weile nichts mehr an dieser Stelle geschrieben. Aber das Ganze hat einen einfachen Grund: Ich hatte schlicht keine Zeit!
Warum?

Ich mußte gießen!

Denn auch wenn mir am Marktstand viele Leute - besonders Großstädter - weismachen wollen, daß es doch immer wieder geregnet habe, muß ich klipp und klar sagen: Nein, hat es nicht!!!

Das bißchen Staubfänger-Geniesel, was es mal gegeben hat, reicht nich, um Pflanzen zu bewässern.
Der Boden hat in einer Tiefe, in der die Wurzeln normalerweise nach Wasser graben, keinen Tropfen mehr. Und so blieb mir nichts anderes übrig, als täglich zu gießen. Das dauert dann selbst in meinem kleinen Garten gern mal 4 Stunden. Zeit, die ich sinnvoller hätte nutzen wollen.

Und das Ergebnis: Die Pflanzen bleiben am Leben. Mehr nicht.

Dazu kamen die vielen überheißen Tage des letzten Sommers. Das war auch 2019 wieder der Grund dafür, daß die Befruchtung der Früchte nicht funktioniert hat. Keine Befruchtung, keine Früchte! Oder unschöne Krüppel von Früchten, die nicht schmecken. 
Bienen, Hummeln, Schwebfliegen hatte ich in meinem Garten genug, aber selbst denen wurde es zu heiß. Die Schmetterlinge wurden immer weniger...

Und so sagte ich meinen Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren Adieu. Denn selbst wenn heute noch Regen kommen würde (es hatte ja wieder nur getrippelt), dann ist es für diese Saison zu spät. Keine Ernte, keine Marmelade, kein Geld.

Aber das kapieren die meisten Leute am Marktstand nicht. Im Gegenteil. Irgendwie sind in unserem Raum alle wieder auf den Billig-Flieger. Dürre, Klimawandel egal. Hauptsache die Lebensmittel sind so billig, daß es nicht weh tut, wenn man sie wegschmeißt. das ist die Realität am Marktstand. Und nicht das, was die Medien behaupten.
Das macht richtig Freude, wenn Sie einer mit so einem albernen 1-Weg-Kaffeebecher in der Hand zum Thema Klimawandel beschwatzt und wie schlimm das für die Leute sonstwo ist. Da hilft auch kein "Du Idiot, ich habe den Klimawandel im eigenen Garten!" 
Das verkneife ich mir zu sagen. Denn sonst bin ich der böse Nazi. Bin ich aber nicht, sondern eher umgekehrt. Das verstehen aber die Gutmensch-Faschisten nicht. Deshalb diskutiere ich nicht mehr.

Das Problem ist ja, das Wasser nicht zum Nulltarif da ist. Wasser kostet. Wassergebühren und Strom zum Bewegen. Wenn die Pumpe jeden Tag 4 Stunden läuft, dann summiert sich das.
Nun habe ich nur in einem Garten - noch - ausreichend Wasser, um die Pflanzen am Leben zu halten.
Im zweiten Garten, wo das Obst steht, gibt es kein Wasser.
So sieht das Obst dann auch aus.



Das wenige Wasser, was ich in diesem Garten nutzen kann, bekommen meine Chilis. Die Äpfel sehen im zweiten Dürrejahr traurig aus. Mal sehen, ob die überleben..

In unseren Gärten experimentieren wir schon mit Kulturen, die in Zukunft vielleicht für den Anbau besser geeignet sind. Deshalb gibt es bei uns auch Marmeladen und Chutneys mit Pepino, Samtpfirsich, Tay-Berry, Dorman-Beere, Japanische Weinbeere und andere schöne Sachen. Aber leider brauchen manche noch mehr Wasser als die Klassiker und sind keine Lösung.

So müssen wir eben mit wenig Ertrag leben. Und die Ware an die Leute verkaufen, die zu schätzen wissen, welchen Kampf wir seit Jahren gegen die Dürre führen müssen.




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