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Grüntipp: Meine Mulcherkenntnisse

 


Es wird ja zur Zeit viel über das Thema Mulchen im Garten gesprochen. Mit Mulchen ist hier das Abdecken des Bodens in den Beeten mit organischen Materialien wie Grasschnitt, Blättern oder anderes gemeint. Ziel ist es, das Bodenleben zu fördern und Wasser im Boden zu halten.

Da schon viel darüber geschrieben wurde, möchte ich hier nicht über das "Wie" schreiben. Denn es ist ja im Grunde nur, den Mulch auf das Beet zu verteilen.

Vielmehr geht es hier um den Nutzen des Mulchens, um Wasser zu sparen. Denn gerade in den vergangenen Sommern - und aktuell in meinem Garten immer noch - fiel der Regen mehr als nur spontan. Und dann häufig nur so spartanisch, daß der Staub noch nicht einmal gebunden wurde.

Gerade bei solch geringen Niederschlägen habe ich festgestellt, daß die Mulchschicht zwar naß ist, der Boden darunter aber staubtrocken geblieben ist. Das passiert auch, wenn die Menge des Wassers beim Gießen zu gering war. Die Mulchschicht hat wie ein Schwamm das ganze Wasser aufgesogen, gibt es dann aber nicht an den Boden darunter ab. Verdunstung trocknet die Mulchschicht wieder ab. Ein absolut ungewollter Effekt! Man denkt, es habe geregnet und man bräuchte nicht zu gießen. Und übersieht, daß die Pflanze förmlich verdurstet.

Soll ich nun im Garten Mulchen oder nicht? Das ist für mich die zu klärende Frage.

Was habe ich also in meinem Garten beim Thema Mulchen festgestellt?

Meine Mulch-Erkenntnisse:

  1. Mulch kühlt das Beet und damit die Umgebung der Pflanzen herunter. Dies ist wichtig bei den heißen Sommern, wie wir sie besonders in den letzten Jahren haben. Dies schützt den Boden vor unnötiger Verdunstung und Wasserverlust. Das wiederum setzt aber voraus, daß noch Wasser im Boden ist, welches die Pflanze verwerten kann! Ist bei mir leider immer öfter nicht mehr der Fall.
  2. Schnecken lieben Mulch
  3. Wer mulcht, muß kräftig gießen. Wichtig ist eine sehr kräftige Gabe an Gießwasser, damit das Wasser unter die Mulchschicht kommt. Dann kann das folgende Gießen dank Mulch etwas später erfolgen. Wer zu wenig gießt, macht nur den Mulch feucht, aber nicht den Boden darunter!
  4. Mulchen funktioniert nur richtig, wenn es viel regnet. Wenn es geregnet hat: Kontrolle der Bodenfeuchte unter dem Mulch erspart später böse Überraschungen. Denn Regenwasser kann über den Mulch wie über ein Dach abfließen. Möglich sind dagegen mit der Hacke gezogene Gräben, in die das Regenwasser in den Boden einsickern kann.
  5. Mulchen ist nicht immer sinnvoll. Manchmal ist es besser, den Boden regelmäßig zu hacken, damit die Verdunstung gemindert wird. Wer falsch mulcht, kann auch seinen Pflanzen schaden.
  6. Bodenbeschattung und Windschutz durch Bewuchs ist besser als Mulch. Besonders in der heißen Dürre. So wird die Verdunstung von kostbaren Wasser reduziert.

Wie mache ich es?

Ich mulche meist nicht. Auch deshalb, weil ich zum Beispiel keinen Grasschnitt habe. Oma sagte immer, 1x Hacken erspart 10x das Gießen. Und das stimmt auch. Zumindest in unserem Mitteldeutschen Trockengebiet mit jahrelangem chronischen Wasserdefizit im Gesamtboden. Wenn ich Mulche, dann meist mit gutem Kompost. Aber nicht zu viel! Nur so habe ich die Kontrolle, wie feucht der Boden wirklich ist. Da es bei uns nur sehr wenig regnet, kann ich keine großen Wassergaben geben. Denn ich muß ständig Wasser sparen und die Reserven in den Fässern schonen.

Mein Ziel ist deshalb:

Die Pflanzen müssen schnellstmöglich viele Wurzeln bilden, welche den gesamten Boden erobern. Nur so sind sie in der Lage, das wenige pflanzenverfügbare Wasser im Boden zu nutzen. Die Gießkanne (und nicht der Schlauch!!!) kommen erst zum Einsatz, wenn es nicht anders geht. 
Das funktioniert aber nur, wenn der Boden ausreichend mit Humus versorgt ist. Aber das ist wieder eine andere Geschichte...

Was halte ich von Tropfbewässerung?
Echte Tropfbewässerung (wie in der Wüste) ist ein sehr technischer Vorgang. Tropfbewässerung versorgt die Pflanzen genau an der Wurzel mit Wasser. Ständig mit Wasser. Die Pflanze wird faul und bildet nur wenige Wurzeln. Damit klappt die Nährstoffversorgung nicht mehr. Also muß ich über das Tropfwasser genau dosiert düngen. Die Pflanze wird noch fauler und bildet noch weniger Wurzeln. Verstopft aber das Loch im Tropfer und das Wasser bleibt aus, ist die Pflanze in wenigen Stunden tot. Also muß man die Tropfbewässerung ständig im Auge behalten, ob sie überhaupt funktioniert!

Ich halte mich da lieber an den Ratschlag meiner Oma.

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